
David (ezzy) @david
Trading: nach vorne denken, nach hinten verstehen
Trading: nach vorne denken, nach hinten verstehen
Kennt ihr das? Die Aktie, die ihr kaufen wolltet oder die Option, die ihr auf diesen Basiswert schreiben wolltet, rennt davon, aber massiv. Oder die Aktie, die ihr verkauft habt, weil alles dafür sprach, dass diese überkauft war und demnach fallen würde. Tja, es kommt wie so oft anders. Noch schlimmer: Die Aktien, die man im Depot behalten hat, fallen und fallen - während die verpassten oder verkauften Aktien fröhlich vor sich hinexplodieren.
Willkommen in der Trading-Arena :-) Eure Geduld, eure Disziplin, euer Mut und vor allem euer Ego werden immer wieder harten Tests unterzogen. Und oftmals finden Trader nicht mehr heraus aus dem ganzen "Hätte ich doch"-Denken. Aber genau darum geht es nicht. Trade abgeschlossen? Abhaken. Lektion ziehen. Neuen Trade eröffnen, diesen managen und nach Regelwerk schließen. Das ist das richtige Denken: nur das Risiko können wir steuern und nur die Renditen in der Zukunft beeinflussen. Die Vergangenheit ist.. vergangen.
Und jetzt kommt aus meiner Sicht ein wichtiger Vorteil des Optionshandels ins Spiel: Dadurch, dass wir "von Haus aus" einen mathematischen Vorteil haben, wenn wir Optionen verkaufen, sind wir schon mal einen gewaltigen Schritt voraus. Wenn wir die Positionsgrößen, den vorzeitigen Exit (z.B. bei Erreichen eines Gewinnziels) und auch die Reparaturmöglichkeiten sinnvoll nutzen und zu einer Strategie kombinieren, können wir einen nachhaltigen Einkommensstrom generieren. Durch die relativ mechanische Vorgehensweise fallen wir erst gar nicht in die Fallen, die ich eingangs beschrieben habe: Als Stillhalter beläuft sich z.B. meine persönliche Haltedauer bei Optionstrades im Durchschnitt bei rund 3 Wochen. Ich bin also nie mit einem Basiswert "verheiratet", ich sehe den statistischen Vorteil, den Zeitwertverlust und lasse den ganzen Noise (News, Narrative..) außen vor. Dadurch, dass mein Portfolio in der Regel weniger schwankt, als der Gesamtmarkt, habe ich zudem den Vorteil, weniger emotionale Fehler zu machen (Stichwort: Behavioral Finance), was m.E. zur Renditesteigerung beiträgt.
So, jetzt habe ich aber genug getippt. Jetzt seid ihr dran: Wie geht ihr mit diesen Themen um und welche Herausforderungen machen euch am meisten zu schaffen?
