
David (ezzy) @david
Update zum Fed-Day
Update zum Fed-Day
Die US-Notenbank Fed hat am heutigen Mittwoch den Leitzins in der Spanne von 3,5 % bis 3,75 % belassen. Die Entscheidung fiel mit 9 zu 3 Stimmen. Erstmals seit 2016 wichen damit drei Mitglieder in dieselbe Richtung vom Mehrheitsbeschluss ab. Die Spaltung zeigt den wachsenden Druck innerhalb der Fed, gegen die Inflation vorzugehen, die seit fünf Jahren über dem Ziel von 2 % liegt – zwei Monate nach Amtsantritt des neuen Vorsitzenden Kevin Warsh.
Zwar fielen die jüngsten Inflationsdaten moderat aus, doch die erneuten Kämpfe zwischen den USA und Iran haben die Energiepreise wieder steigen lassen. Hinzu kommt eine robuste Nachfrage durch den KI-Boom: Die Befürworter einer Zinserhöhung sehen in den Milliardeninvestitionen in Rechenzentren eine Nachfrage, die das Angebot überfordert, und verweisen auf Rekordstände an den Börsen als Beleg dafür, dass die Wirtschaft höhere Zinsen verkraften könnte. Die Mehrheit um Vizechef John Williams setzt dagegen auf Geduld und wertet die Preisschocks als einmalige Effekte, die man aussitzen sollte – solange die Inflationserwartungen stabil bleiben.
Auf der Pressekonferenz erklärte Warsh, er stütze sein Urteil über den Preisdruck nicht allein auf das bevorzugte Inflationsmaß der Fed, den PCE-Index des Handelsministeriums, sondern betrachte „ein breiteres Spektrum an Inflation“: „Meine Linse ist breiter, auch wenn das Mandat eng gefasst ist.“
Die Börse reagierte zunächst mit einer bemerkenswerten Kehrtwende: Der S&P 500 drehte während der Pressekonferenz von Warsh ins Plus (+0,1 %), nachdem er im Tagestief noch 1,2 % verloren hatte. Zum Handelsschluss zeigen die Kurse aber wieder gen Süden. Am besten präsentiert sich heute übrigens der Goldpreis.
Vor der nächsten Sitzung am 15./16. September erscheinen zwei Inflationsberichte. Beobachter halten die Hürde für eine Zinserhöhung im Herbst für niedrig, sollten sich die Preisdaten verschärfen. Eine Anhebung – vor oder nach den Zwischenwahlen – könnte zudem den Konflikt mit der Trump-Regierung neu entfachen, die auf niedrigere Zinsen drängt und Warsh erst im Mai als Nachfolger von Jerome Powell installiert hatte.
